Arbeitsrecht 

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Auszubildender zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von € 25.000,- verurteilt – Ins Auge gegangen

Mit Urteil vom 20.08.2013 hat das Hessische Landesarbeitsgericht entschieden, dass ein Auszubildender für das Herumwerfen von Wuchtgewichten in einem Kfz-Betrieb und eine dadurch hervorgerufene schwere Verletzung am Auge eines Kollegen in vollem Umfang haftet.

In dem von Hessischen Landesarbeitsgericht zu entscheidenden Fall hatte der Beklagte ohne Vorwarnung ein etwa 10 Gramm schweres Wuchtgewicht aus Aluminium in Richtung des Klägers geworfen und ihn dabei am linken Auge, am Augenlid und an der linken Schläfe getroffen. Der Kläger trug eine Hornhautverletzung und eine Oberlidrandverletzung davon. Er musste mehrfach operiert werden und ihm wurde eine künstliche Augenlinse eingesetzt. Aufgrund der verbliebenen Hornhautnarbe leidet der Kläger an einer dauerhaften Sehverschlechterung und dem Verlust des räumlichen Sehvermögens.

Das Hessische Landesarbeitsgericht hat in seinem Urteil festgestellt, dass es sich bei dem Wurf nicht um eine betriebliche Tätigkeit im Rechtssinne handelt, bei welcher im Falle von Personenschäden nur für Vorsatz, nicht aber für Fahrlässigkeit gehaftet würde. Der Wurfs sei dem persönlich-privaten Bereich zuzuordnen, für den ein Arbeitnehmer im vollen Umfang hafte.

Der Beklagte wurde zur Zahlung eines Schmerzensgeldes in Höhe von € 25.000,- verurteilt.

Hessisches LAG, Urt. v. 20.08.2013 – 13 Sa 269/13 (Pressemitteilung 9/13)

verfasst am 15. September 2013

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