Arbeitsrecht 


Berücksichtigung von Zeiten vor dem 25. Lebensjahr und Berufsausbildungszeiten bei der Kündigungsfrist

Mit Urteil vom 09.09.2010 hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Übereinstimmung mit dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass die Regelung des § 622 Abs. 2 Satz 2 BGB, nach der Beschäftigungszeiten vor Vollendung des 25. Lebensjahres des Mitarbeiters nicht zu berücksichtigen sind, wegen ihrer altersdiskriminierenden Wirkung unwirksam ist und daher bei der Berechnung der Kündigungsfrist keine Beachtung findet.

Weiter hat das BAG in seinem Urteil vom 09.09.2010 entschieden, dass Zeiten der Berufsausbildung im Rahmen der verlängerten Kündigungsfristen des § 622 Abs. 2 Satz 1 BGB zu berücksichtigen sind. Nach Auffassung des BAG honorieren die verlängerten Kündigungsfristen die Betriebs- bzw. Unternehmenstreue und sollen der damit typischerweise einhergehenden Verminderung der Flexibilität des Arbeitnehmers Rechnung tragen. Insoweit mache es keinen Unterschied, ob die Zeit im Betrieb bzw. Unternehmen in einem reinen Arbeitsverhältnis oder in einem Ausbildungsverhältnis verbracht wurde.

-> BAG, Urt. v. 09.09.2010 – 2 AZR 714/08

verfasst am 7. September 2012

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