Arbeitsrecht 

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Private Telefonate während einer OP

In dem vom Bundesarbeitsgericht (BAG) mit Datum vom 25. Oktober 2012 zu entscheidenden Fall ging es um einen Chefarzt, der aufgrund privater Telefonate während einer Operation - dies auch bei „offenem Operationsfeld“ – von seinem Arbeitgeber fristlos entlassen wurde.

Die Vorinstanz – das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz (Mainz) – hatte festgestellt, dass es während Operationen eine Reihe von – auch privaten - Anrufen auf dem privaten Mobiltelefon des Arztes gegeben hat, dass er Telefonate auch bei offenem Operationsfeld führte und dass er andere OP-Kräfte von der Arbeit ablenkte, indem er sie anwies, Telefonate anzunehmen.

Im Grundsatz hielt das LAG Rheinland-Pfalz eine Kündigung aufgrund der schweren Pflichtverletzung des Arztes für zulässig. Allerdings kam es im Rahmen einer Interessenabwägung zu dem Ergebnis, dass vorliegend die besonderen Umstände des Einzelfalles zu einer Unverhältnismäßigkeit der Kündigung führten und es zunächst einer Abmahnung bedurft hätte.

Die Urteilsbegründung des BAG liegt noch nicht vor. Dieses hat sich im Ergebnis jedoch dem LAG Rheinland-Pfalz angeschlossen und die fristlose Kündigung für unverhältnismäßig und damit unwirksam erklärt.

-> LAG Rheinland-Pfalz, Urt. v. 22.02.2011 – 3 Sa 474/09

verfasst am 29. Oktober 2012

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